Berichte

Stadtbesichtigung Luzern

Am Samstag den 9. Juni 2012 treffen sich morgens um 07.00 Uhr trotz unsicherer Wetterlage ein paar unverbesserliche Optimisten auf dem Feuerwehrdepot-Vorplatz.  Da das Teilnehmerfeld mit 17 Personen eher bescheiden ausfällt, reicht auch der kleine Sprinter-Bus der Firma Ramsauer völlig aus und wir hocken nicht verloren, wie von der Mauser geplagte Hühner, in einem 50 Plätzer. Auch die gediegene Ausstattung des Gefährts; unter anderem das gedämpfte Dämmerungslicht, das uns an einen spätabendlichen Barbesuch oder "Schöneres" erinnern (Walter fragen z.B. Evita) haben es uns angetan.

Pünktlich geht die Fahrt los Richtung Autobahn Zürich. Nach kurzer, entspannter Fahrt erreichen wir in der Nähe des Mutschellen unser erstes Tagesziel für einen Kaffee- und Gipfelihalt. Auf dem Parkplatz vor dem Restaurant macht sich jedoch bei den ersten Teilnehmern ein ungutes Gefühl breit. Dank unseren rauchenden Kameraden, die zuerst in aller Ruhe friedlich eine paffen und den überaus toleranten Nichtrauchern, die geduldig warten, fällt den ersten das Schild an der Türe erst nach 5 Minuten auf.  "WEGEN BETRIEBSFERIEN GESCHLOSSEN"

Dani Duquesne wird, als Hauptorganisator, als erster "verbal zur Schnecke gemacht". Nach einer hastig vorgetragenen Erklärung seitens des Erstbeschuldigten richten sich alle Blicke auf den Vertreter des Busunternehmers, genannt Chauffeur. Bevor er sich die ersten dummen Sprüche anhören muss, kommt ein ziemlich verschlafen wirkender Hotelier über den Platz gehetzt, mit einem Korb Sandwichs unter dem Arm.
Eine Entschuldigung murmelnd öffnet er overgestresst die Eingangstüre. Die Bestellungen sind schnell aufgenommen, war auch einfach: Kaffee, Kaffee, Kaffee……… Nicht mal unser Charly denkt um diese Tageszeit an Bier. Nachdem auch die schon etwas ältere Kaffeemaschine sich aufgewärmt hatte, wurde zügig serviert und auch die Sandwichs erfreuten sich reger Anteilnahme.

Ein paar Zigarettenleichen später machten wir uns auf Richtung Cham – Zug zu unserem Tages – Hauptziel Luzern. Um 09.40 Uhr erreichten wir den Bushalteplatz mitten in der Stadt, der offensichtlich bereits zu dieser Zeit hoffnungslos überfüllt war. Nach dem einsatzmässigen Verlassen unseres Kleinbusses, mitten auf der vielbefahrenen Hauptstrasse, bei dem auch die älteren Teilnehmer eine gute Figur abgaben, machte sich die vital anmutende Gruppe auf den Weg zum Gletschergarten.

Vor dem Löwendenkmal im Eingangsbereich versuchten die meisten ihr Wissen aus grauer Schulzeit aus gewissen Hirnregionen zu aktivieren. Bei den Meisten blieb es jedoch beim Versuch. So blieb uns nichts anderes übrig, als uns bei einer japanischen Reisegruppe mit Reiseleiter einzuklinken. Auch dies führte aus sprachlichen Gründen nicht zum gewünschten Erfolg. So machten wir gute Miene zu bösem Spiel und stellten uns einfach doof.

Nachfolgend in Kürze ein paar Informationen zum Löwendenkmal:
Das Löwendenkmal erinnert in der Allegorie eines sterbenden Löwen an die am 10. August 1792 beim Tuileriensturm in Paris gefallenen Schweizergardisten.
Damals dienten rund 1100 Schweizer als Garde von König Ludwig XVI. Im Verlauf der Französischen Revolution stürmte die Bevölkerung den von der Königsfamilie bereits verlassenen Tuilerienpalast. Bei Verteidigung des leeren Schlosses fanden etwa 760 Schweizer den Tod.
Das Denkmal entstand durch die Initiative des Offiziers Carl Pfyffer von Altishofen, der zu dieser Zeit den Urlaub in Luzern verbrachte. Er begann 1818 mit der Sammlung von Geld. Das Denkmal wurde schliesslich nach einem Entwurf des dänischen Bildhauers Bertel Thorvaldsen durch den Konstanzer Steinmetz Lukas Ahorn in den ehemaligen Sandsteinbruch bei Luzern gehauen. Am 10. August 1821 wurde es feierlich enthüllt.
Über dem Löwen steht HELVETIORUM FIDEI AC VIRTUTI (lateinisch: Der Treue und Tapferkeit der Schweizer), unter ihm sind die Namen der gefallenen und geretteten Offiziere der Schweizergarde, sowie die ungefähre Zahl der gefallenen (DCCLX = 760), bzw. überlebenden (CCCL = 350) Soldaten angegeben.
Mark Twain bezeichnete das Denkmal als "traurigstes und bewegendstes Stück Stein der Welt".
Eine weitgehende Kopie, die allerdings damals vom Künstler als eigenes Werk ausgegeben wurde, findet sich als Lion of the Confederacy auf dem Oakland Cemetery in Atlanta, Georgia.

So: ein kleiner Beitrag von meiner Seite, damit wir irgendwann als kleine Genies von dieser Welt gehen können. Der freie Besuch des Gletschergartens war für viele eine Erinnerung an Schulausflüge, Studentenreisen und ähnliche Veranstaltungen. Der Zufall wollte es, dass wir uns vor der vereinbarten Zeit wieder trafen und Charly die ersten mit seinem Wunsch nach einem kühlen Bier mit in den Bann zog. Nach ein paar angenehm mundenden Flaschen, die wertmässig mindestens zwei ganzen Harassen in unseren Heimatgefilden entsprachen, machten wir uns zu Fuss auf den Weg zu unserem Mittagessen ins Hotel des Alpes, unmittelbar bei der Kapellbrücke, dem Wahrzeichen der Stadt Luzern. Da jeder Feuerwehrmann sich gänzlich ohne Hilfsmittel auch in grössten Weltmetropolen anhand der Sonne und ureigener Intuition navigieren kann, war das Hotel schnell gefunden.

Nach einem guten Mittagessen, sehr gutem Service, aber weniger gutem Wein, machten wir uns auf den Weg zum Rosengartenplatz, Anfang Kapellbrücke. Dort wartete bereits unsere Stadtführerin, das Märtwyb, mit bürgerlichem Namen Irène Weber, in historischer Bauerntracht aus dem späten Mittelalter auf uns.

Die Aufmachung unserer Stadtführerin gefiel nicht nur uns; viele asiatische Touristen wollten unbedingt ein Erinnerungsfoto machen und so verzögerte sich der Start ein wenig. Unser Weg führte uns anfangs über die Kapellbrücke und danach an verschiedene historische Stätten der Stadt Luzern. Der ca. ein- einhalbstündige Fussmarsch wurde uns durch Irène mit einem Feuerwerk an Informationen, Geschichten und humorvollen Episoden aus dem alten Luzern schmackhaft gemacht. Viel zu schnell erreichten wir wieder unseren Ausgangspunkt und nicht nur mein Fazit lautete: Eine der besten Stadtführungen die ich je erleben durfte!

Zur Stärkung gönnten wir uns in einem nahegelegenen Pup ein paar erfrischende Getränke. Das Lokal war übrigens fest in holländischen Fussballfanhänden, die erwartungsvoll ihrem ersten EM – Spiel entgegen fieberten. Was daraus geworden ist, wissen wir zwischenzeitlich; aber ich bin überzeugt, dass auch diese Fangruppe trotz Misserfolg friedlich weitergefeiert hat.

Allzu schnell rückte unser Aufbruchstermin näher und wir verabschiedeten uns von unserer Stadtreiseleiterin Irène und machten uns auf den kurzen Weg zum Busstandort. Über Küssnacht am Rigi, Sattel und Rothenthurm ging die Fahrt Richtung Heimat. Da das Bier in unserem Car zu Ende ging, entschlossen wir uns zu einem kurzen Halt nach Rothenthurm in einem, sagen wir mal etwas speziellen Lokal. Einige Unverbesserlich bestellten zum Erstaunen des Servicepersonals ein "Cüpli" und damit nahm die Geschichte ihren Lauf. Etwas fremdländischeres haben "Die da Oben" wohl noch nie gehört. Bier, Wein, Kafi Lutz und Kafi Fertig gehören zum täglichen Repertoire einer Servicekraft in dieser Gegend, aber ein "Cüpli"?. Sie gaben sich alle Mühe und fanden irgendwo im hintersten Keller eine Flasche, die in etwa die Form einer Champagnerflasche hatte. Das Öffnen ging auch ohne Unfall über die Bühne und so freuten sich die Auftraggeber auf ihr "Cüpli". Die Mimik beim ersten Schluck sprach Bände. Nach genauer Inspektion der kredenzten Flasche war schnell klar warum: ein Muscat Schaumwein. Die Bierliebhaber amüsierten sich köstlich und nachdem auch die "feinere Gesellschaft" ihre Cüplis hinuntergewürgt hatte, ging die Fahrt weiter nach Oberuzwil.

Das Wetter war bis zu diesem Zeitpunkt ideal, leichte Bewölkung, viel Sonne und angenehme Temperaturen. Dank den "Cüplischlürfern", mit einer halben Stunde Verspätung in Oberuzwil angekommen, änderte sich dies relativ schnell. Den Teilnehmern war’s egal, das Nachtessen wartete in der Pizzeria  Pinocchio.

Das traumhafte Essen (Bella Italia) war der absolut gelungene Abschluss eines wunderschönen, gut organisierten Ausflugtages, der noch sehr lange in guter Erinnerung bleiben wird. Herzlichen Dank den Oranisatoren!!

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© by M. Graf