Chronik

Chronik vom Freiwilligen Rettungscorps

Von 1868 bis 1998

1868 Ein Stempel mit der Aufschrift: "Turner-Rettungscorps Oberuzwil", ist die einzige schriftliche Information von der Gründung. Es ist anzunehmen, dass das heutige Rettungskorps aus dem Turnverein entstanden ist.
   
1875 An der Versammlung vom 2. Januar 1875 wird beschlossen, ein Buch anzuschaffen, "um die allfälligen Rechnungen und Beschlüsse einzutragen." Das Corps besteht aus 12 Mann.
   
1878 Das Corps benützt noch die gleichen Geräte wie bei der Gründung. Verschiedene Bitten an den Gemeinderat, zur Anschaffung einer Auszugsleiter, werden abgelehnt. Der Unmut zeigt sich, wenn man im Vereinsbeschluss vom 21. Oktober 1878 folgendes liest: "Ferner da wir an der heutigen Spritzenprobe nicht verwendet wurden wie ein Rettungscorps, sondern vielmehr wie Taugenichts, und folglich der Jugend sowohl wie auch andern als Spottziel dienen mussten, so ist unsere Geduld erschöpft und wurde beschlossen, sofort die Mannschaftsausrüstung zusammen zu legen, um abzugeben und dann den Verein aufzulösen."
   
1881 In diesem Jahr wird der Verein wieder ins Leben gerufen, und eine Schiebeleiter kann angeschafft werden.
   
1884 Das Corps erhält eine Buttenspritze, welche heute noch restauriert im Depot zu besichtigen ist.
   
1886 In diesem Jahr tritt Josua Suter dem Rettungscorps bei. Er ist eine der markantesten Persönlichkeiten in der Geschichte des Rettungscorps.
   
1888 Im Hotel Uzwil wird eine Tradition begründet, welche bis heute Bestand hat, an Gesellschaftsabenden Theaterstücke aufzuführen.
   
1890 Erster ganztägiger Ausflug am 6. Juni.
   
1894 Erster Ausflug ins Ausland nach Lindau.
   
1899 Am 14. Mai werden zum ersten Mal im Dorf Hydranten eingesetzt.
   
1900 Im Protokoll wird festgelegt, den Namen Turner Rettungscorps in "Freiwilliges Rettungscorps" zu ändern.
Alle Männer werden am 20. Juni mit neuen Uniformen eingekleidet, für welche sie selber aufkommen müssen.
   
1901 Dank eines erfolgreichen Einsatzes kann eine neue Schiebeleiter in Empfang genommen werden.
   
1914 Da der Dorfwächter längere Zeit ins Spital muss übernimmt das Rettungscorps, auf Bitte der Dorfverwaltung, die Nachtwache. Es muss damals eine feuchtfröhliche Gesellschaft gewesen sein. Nach einem Fasnachtsbummel: "Die meisten liegen am Nachmittag noch in den Federn, sodass Freund Karl ganz allein ausziehen musste, hoch zu Pferd, und wenn er auch ohne seine Kameraden auszog, so hat er doch eine mitleidige Seele gefunden, die ihm eine Leiter lehnte, damit der Aufstieg auf das Pferd sich etwas ringer gestaltete."
   
1919 Jede Übung wird mit 1 Franken besoldet.
   
1922 In diesem Jahr kommt es zu betächtlichen Schwierigkeiten mit dem Feuerwehr-Bezirksverband. Es wird sogar der Antrag gestellt, aus dem Verband auszutreten.
   
1923 Erster 2-tägiger Ausflug mit den Gattinnen über den Klausen.
   
1924 Es wird eine eigene Feuerwehrmusik gebildet.
   
1927 An der Versammlung wird beschlossen, aus dem Feuerwehrverband Untertoggenburg-Gossau-Wil auszutreten.
   
1930 Man tritt dem Feuerwehrverband wieder bei.
   
1933 Auf Grund der Rezession wird der Sold von 1 Franken auf 50 Rappen gekürzt. Dies hat zur Folge, dass man sofort die Proben verkürzte.
   
1934 Am 26. August findet ein Feuerwehrtag in Oberuzwil statt. Aus Spargründen soll das Rettungscorps Oberuzwil den Znüni zu Hause einnehmen. Nach energischem Protest kann man diese Sparmassnahme abblasen.
   
1935 Erste 3-tägige Reise ins Tessin für 73 Franken.
   
1939 "Mobilmachung": Viele Mitglieder stehen im Aktivdienst, infolge dessen werden die Proben bis auf weiteres eingestellt.
   
1940 Am 13. März kann die erste Motorspritze in Empfang genommen werden, welche heute noch restauriert im Depot zu besichtigen ist.
   
1953 Die bis heute noch im Gebrauch stehende fahrbare Auszugleiter, wird angeschafft.
Der Beschluss, regelmässig alle zwei Jahre ein Theater aufzuführen, wird gefasst.
   
1954 Der Feuerwehrtag in Arnegg muss besonders gut gewesen sein. Einigen gefällt er so gut, dass sie nicht mit dem Corps nach Uzwil zurückkehrten. Dies wiederum gefällt dem Gemeinderat nicht und die betreffenden erhalten einen schriftlichen amtlichen Verweis. Traurige Folge davon: Zwei langjährige, verdiente Feuerwehrler erklären den Austritt.
   
1969 Die Feuerwehr erhält das erste Pikett-Fahrzeug. Heute ist es in Privatbesitz.
   
1970 100-jähriges Jubiläum des Freiwilligen Rettungscorps.
   
1980 Die Feuerwehr Oberuzwil ist stolzer Besitzer eines Tanklöschfahrzeuges.
   
1981 Beim 111-jährigen Jubiläum findet die Standarteneinweihung statt.
   
1987 Erstmals wird an der Chilbi eine Raclette-Stube geführt.
   
1991 Übernahme des Pikett-Hilfeleistungs-Fahrzeuges. Doch schon vor der offiziellen Übergabe, kommt dieses beim Grossbrand im Bad Buchen zum Einsatz.
   
1993 Da die Aussenzüge auf Anweisung des Kantons aufgehoben werden, leisten nun alle Feuerwehrler in Oberuzwil Dienst. Erstmals kann also jeder, der in Oberuzwil Feuerwehrdienst leistet, auch Mitglied im Rettungscorps werden.
   
1995 125-jähriges Jubiläum des Rettungscorps mit Umzug und Unterhaltungsabend.
   
1998 Die erste Frau tritt der Feuerwehr und dem Rettungscorps bei.

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© by M. Graf